Der Waldweg

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„Niemand geht denselben Weg im Leben, es können immer nur gleiche Wege sein.“ ~ Kari, April 2017

Ein Waldweg. Ein Weg, mitten in einem Wald. Wohin der Weg führt, dass weiß man erst, wenn man ihn geht.

Im Wald gibt es zwar Wegweiser, aber dafür muss man natürlich den richtigen Weg erwischen, die Hauptwege, die sicheren Wege. Wege, die schon viele Menschen vor dir gegangen sind. Schilder weisen dir den Weg. Es sind Wanderziele. Orte, die du von Beginn an, wenn du an einem Waldweg stehst, gut zu Fuß erreichen kannst.
Ein Lokal, eine Sehenswürdigkeit, ein Naturschauspiel.
In welchem Tempo du diesen Weg, gehst, ob du dabei singst, oder tanzt, oder hüpfst. Das bleibt alles dir selbst überlassen.
Klar, viele sind diesen Weg schon gegangen, aber nie in deiner Art und Weise. Die Linien, wenn man sie zeichnen würde, die die Menschen hinterlassen, die wären nie von Anfang bis Ende deckungsgleich, sie ähneln sich vielleicht. Sie überkreuzen sich vielleicht immer mal wieder, vielleicht sind sie sogar ein paar Meter identisch, aber niemals ist es dieselbe Linie.
Schrittlänge, Tempo und Gangart, individuelle Faktoren, die ein und denselben Waldweg für jeden anders machen.

Ein Weg ist nie gleich. Und manchmal ist es wichtig, sich erst einen eigenen Weg zu schaffen, weil auf dem Hauptweg im Wald vielleicht zu viel los ist. Vielleicht passt man mit dem Gepäck, welches man mit sich rumschleppt, nicht drauf, vielleicht laufen die Menschen auf dem existierenden Waldweg zu schnell oder auch zu langsam. Vielleicht passt auch das Ziel des Weges nicht. Vielleicht möchte man einfach nur mal für sich sein.
Dann muss man sich ins Dickicht schlagen. Neben den Waldweg, tief in den Wald hinein.

Es braucht in jedem Fall Mut sich vom Weg im Wald zu entfernen und sich einen neuen Weg zu schaffen. Hier können Äste hinunterhängen, man muss über Wurzeln steigen. Es gibt keine Wegweiser.
Es ist ungewiss, wenn man neue Wege beschreiten will, aber es ist auch eine Chance. Abenteuer warten vielleicht und man wird für seinen Mut belohnt.
Vielleicht trifft man auf dem Weg, den man neu erschafft, scheue Waldtiere, vielleicht trifft man andere Abenteurer, die ebenfalls einen Weg im Wald neben dem Waldweg gehen.
Man kann fallen, man wird dreckig, wenn man neue Wege geht. Aber das Risiko ist es wert und man sollte immer weitergehen. Es ist anstrengend sich gegen die Natur zu behaupten. Aber man geht seinen Weg immer das erste Mal. Pausen und inne halten ist wichtig, manchmal kann man sich einen Ratschlag holen, von Menschen, denen man im Wald begegnet.

Vielleicht ist es manchmal auch nötig auf den Hauptweg, auf den großen, schon bestehenden Waldweg vom Anfang zu gehen. Um sich zu stärken, um zu sehen, man ist nicht alleine.
Aber dann sollte man sich besinnen und sich wieder in das Abenteuer stürzen. Seinen eigenen Weg gehen, auch wenn man manchmal Zweige ins Gesicht bekommt. Auch wenn man fällt und sich die Knie aufschlägt. Aufstehen und Weiterlaufen.

Wenn das Ziel auf deinem Weg erst einmal erreicht ist, dann heilt jeder Kratzer und du kannst stolz sagen:

Hier, diesen Waldweg habe ich gemacht. Er war steinig, er war anstrengend, aber nun gibt es meinen ganz eigenen Weg, den du anderen Menschen durch deine Erfahrungen zu Verfügung stellen kannst, stolz, am Ende deines Weges.

 

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